Buchsbaum

Gemeiner, kaukasischer, levantinischer, orientalischer, türkischer Buchsbaum, Buchs, Buchsholz (D); buis, b. commun, b. béni, b. toujours vert (F); box, true box, European, turkish, abassian, corsican, english, french, persian boxwood (GB, USA); bus, busboom, boksboom, boksboomhout, turks palmhout (NL); bux, buxbom (DK, S); buxo, madeira de buxo (P), boj, buje (E); bosso, b. comun, b. verde, bossolo, busso (I); puxos, puxari (GR); baqs, athaq, simsir (TR); bas (GEO); schemschaad (IR); boschtom, samsheet (R); teasshur (IL); kavkazskaja palma (Kaukasus). Die Bezeichnung "Deutsches Ebenholz", in der Literatur durch ähnliche Eigenschaften und Verwendung von Buchsbaum und Ebenholz erklärt, geht vermutlich auf eine Fehlinterpretation der altdeutschen Bezeichnung "Eybinholtz" zurück, womit die Eibe (Taxus baccata), nicht Ebenholz (Diospyros spp.) gemeint ist.


Kurzzeichen DIN EN 13556

BXSM

Botanische Bezeichnung

Buxus sempervirens, Familie Buxaceae

Verbreitung

Südeuropa, Kleinasien und weiter östlich bis Indien; Nordafrika.

Handelsnamen

Gemeiner, kaukasischer, levantinischer, orientalischer, türkischer Buchsbaum, Buchs, Buchsholz (D); buis, b. commun, b. béni, b. toujours vert (F); box, true box, European, turkish, abassian, corsican, english, french, persian boxwood (GB, USA); bus, busboom, boksboom, boksboomhout, turks palmhout (NL); bux, buxbom (DK, S); buxo, madeira de buxo (P), boj, buje (E); bosso, b. comun, b. verde, bossolo, busso (I); puxos, puxari (GR); baqs, athaq, simsir (TR); bas (GEO); schemschaad (IR); boschtom, samsheet (R); teasshur (IL); kavkazskaja palma (Kaukasus). Die Bezeichnung "Deutsches Ebenholz", in der Literatur durch ähnliche Eigenschaften und Verwendung von Buchsbaum und Ebenholz erklärt, geht vermutlich auf eine Fehlinterpretation der altdeutschen Bezeichnung "Eybinholtz" zurück, womit die Eibe (Taxus baccata), nicht Ebenholz (Diospyros spp.) gemeint ist.

Kurzbeschreibung

In allen Kulturen hat der Buchsbaum die Menschen fasziniert durch sein langsames und stetiges Wachstum, seine Langlebigkeit (die Bäume können nachweislich 600 Jahre alt werden), seine Widerstandskraft gegen Krankheiten, und durch die einzigartigen Eigenschaften seines Holzes. Als mystisches Sinnbild der Unsterblichkeit fand und findet man auch heute Buchsbaum vielfach als Pflanzung um religiöse Bauten und auf Friedhöfen. Die zierlichen Zweige mit den dauerhaft grünen Blättern spielten eine große Rolle bei religiösen wie weltlichen Festen. Nicht zuletzt gibt es kaum ein Holz von so feiner und homogener Struktur, von so hoher Dichte und Härte, das sich dennoch so gut bearbeiten und formen lässt. Aus den vorchristlichen Kulturen Ägyptens und Mesopotamiens sind Statuetten, Siegel, kleine Kisten und Kämme aus Buchsbaum erhalten. Für die in China entwickelte Buchdruckkunst wurden die Druckstöcke aus dem dort heimischen Buchsbaum gefertigt, eine Tradition, die weltweit bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts im Druckgewerbe fortgeführt wurde.

Die Palette der traditionellen Anwendungen umfaßte ferner Teile von Waffen (Armbruste, Schwertscheiden), Musikinstrumente (Holzblas- und Saiteninstrumente), Teile von landwirtschaftlichen Geräten, Drechsel- und Marqueteriewaren, Schreibtafeln und Tafelbilder, Zeichengeräte, Webschütze sowie eine Vielzahl von religiösen Gegenständen wie im alten Israel die heiligen Tempelwürfel, in der katholischen Kirche Kruzifixe, Rahmen für Heiligenbilder und Rosenkränze.

Aufgrund des nur verstreuten Vorkommens und der meist gering dimensionierten Bäume war die Verwendung von Buchsbaum auf kleine und hochwertige Gegenstände beschränkt, wo die einzigartige Kombination ästhetischer wie technischer Eigenschaften des Holzes am besten zum Tragen kamen. Diese erklären sich aus den geringen Abmessungen und der sehr gleichmäßigen Verteilung der einzelnen Strukturelemente.

In Verbindung mit der hohen Dichte bewirken diese Struktureigenheiten eine so weitgehende Homogenität und Kompaktheit des Holzes, dass sich – im Gegensatz zu den meisten Hölzern – bei Buchsbaum Quer- und Längsflächen optisch kaum unterscheiden und nahezu gleich gut und sauber zu bearbeiten sind.

Mit der ansteigenden Industrialisierung in Europa erreichte der Handel mit Buchsbaum zwischen 1860 und 1910 (im Jahr 1907 wurden über 10 000 Tonnen verarbeitet) seine intensivste Phase. Die besseren Dimensionen und Qualitäten in den wichtigsten Lieferregionen (Kaukasus, Kleinasien, Iran) waren jedoch bald erschöpft und das gehandelte Volumen des nun seltenen und teuren Holzes ging stark zurück. Gleichzeitig begann die bis heute anhaltende intensive Suche nach Austauschhölzern. In Indien wurden Vorkommen des echten Buchsbaumes und nahe verwandter Arten entdeckt, aus Venezuela kamen bereits 1878 regelmäßige Importe von Maracaibo-Buchs, aus Südafrika Knysna-Buchs, in den 20er Jahren dann 'San Domingo-Buchs' aus der Karibik (Dominikanische Republik), und schließlich in den 70er Jahren Castelo aus Bolivien und dem westlichen Brasilien (Mato Grosso).

Farbe und Struktur

Splint und Kernholz farblich nur im feuchten Zustand leicht unterschiedlich; im trockenen Zustand gleichmäßig gelblich weiß bis wachsgelb, am Licht nur wenig nachdunkelnd. Kern/Splintgrenze nur mitunter wahrnehmbar; Faserverlauf gerade bis sehr unregelmäßig. Zuwachszonen sehr schmal, Grenzen durch ein etwas dunkleres, rötliches Spätholz markiert. Gefäße solitär und gleichmäßig verteilt, sehr klein und im Frühholz besonders zahlreich; mit bloßem Auge ebensowenig erkennbar wie die feinen und niedrigen Holzstrahlen. Insgesamt sehr fein strukturiertes, schlichtes und homogenes Holz von extrem dichter, kompakter Oberfläche; Geschmack leicht bitter, ohne spezifischen Geruch.

Gesamtcharakter

Immergrüner kleiner Baum oder Hochstrauch, langsam und gleichmäßig wachsend, meist einzeln stehend; kleinere geschlossene Bestände bildet Buchsbaum nur in einzelnen Wuchsgebieten (Türkei, Kaukasus). Niedrig gezüchtete Buschformen sind als Ornament- und Heckenpflanzen in klimatisch geeigneten Regionen Europas und anderer Erdteile weit verbreitet.

Verwendungsbereiche

Vollholz: Unter den immer sehr spezifischen Anwendungen überwogen früher technische Objekte wie Druckstöcke, dynamisch belastete Maschineneile (z. B. Druckwalzen, Spulen, Weberschiffchen, für die eine hohe Oberflächenglätte und ein geringer Abrieb gefordert wurden), mathematische, optische, chirurgische Instrumente sowie kleine Behälter aller Art. Maserknollen wurden gelegentlich auch zu Pfeifenköpfen verarbeitet. Heute sind die wichtigsten Anwendungen des nur noch in sehr geringen Mengen gehandelten Holzes eher in künstlerischen Bereichen wie Bildhauer-, Schnitz- und Drechselarbeiten, Intarsien- und Holzschneidekunst anzusiedeln. Bevorzugt wird Buchsbaum zudem für den Nachbau historischer Holzblasinstrumente.

Furnier: Buchsbaum wurde und wird in geringem Maß mit speziellen Feinschnittgattern zu Sägefurnieren verarbeitet, die früher u. a. zur qualitativen Aufwertung der Oberfläche von Druckstöcken dienten (Hirnholzfurniere), heute jedoch fast ausschließlich für Intarsienarbeiten verwendet werden.

Austauschhoelzer

Austauschhölzer  
1. Familie der Buxaceae

Entsprechend den sehr spezifischen Eigenschaften und Verwendungen von Buchsbaum waren die Ansprüche an Austauschhölzer außerordentlich hoch und die Zahl der vom Markt als gleichwertig akzeptierten Hölzer gering. Zunächst wurden botanisch nächst verwandte Hölzer aus der Gattung Buxus eingesetzt:

 

1.1 Balearischer Buchsbaum

(Buxus balearica); Balearische Inseln, Spanien, Sardinien.

Weitere Handelsnamen: Balearic box, Minorca box (GB); buis des Baléares, b. de Mahon, b. de Minorque (F); bossolo gentile (I).

 

1.2 Indischer Buchsbaum

(Buxus papillosa, B. wallichiana); Westlicher Himalaya bis Nepal.

Weitere Handelsnamen: Indian boxwood (GB); buis de Wallich (F); Papri, papar, paprang, shamshad, sansád, shumaj (IND, Punjab); chikri (IND, Kashmir); shanda laghúne (AFG).

 

1.3 Chinesischer Buchsbaum

(Buxus microphylla var. sinica, B. harlandii); Westliches und südliches China, Taiwan; in Korea kultiviert.

Weitere Handelsnamen: Huang-yang, ankoe (VRC); fang-guyan-gmok (ROK).

 

1.4 Japanischer Buchsbaum

(Buxus microphylla var. japonica und var. intermedia); Japan, Shikoku, Kiushu und andere südliche Inseln.

Weiter Handelsnamen: Japanese box (GB, USA); buis de Japon (F); tsuge, detchiki, ojo (J)
Die hier aufgeführten Hölzer der Gattung Buxus sind dem Europäischen Buchsbaum in Abmessungen und Eigenschaften sehr ähnlich bei meist nur geringen Abweichungen in Farbe und Textur. Sie wurden auch für ähnliche Zwecke eingesetzt, wobei in China und Japan die traditionelle Fertigung von feinsten Sägearbeiten (z. B. Holzkämme) eine besondere Rolle spielte. Wegen des großen lokalen Bedarfs gelangte mit Ausnahme von Indischem Buchsbaum keines dieser Hölzer in größeren Mengen in den Export.

 

1.5 Afrikanischer Buchsbaum

Dem europäischen Buchsbaum nahe verwandt ist auch eine der beiden in Südafrika vorkommenden Gruppen von Buchshölzern (Notobuxus macowani – Synonyme: Buxus macowani, Buxella macowani; N. natalensis, N. acuminata); östliche Provinzen der Republik Südafrika, zwischen Port Elizabeth und East London.

0,86–0,95 g/cm3; Farbe gleichmäßig hellgelblich, leicht nachdunkelnd, nur bei N. macowani mit meist deutlich markierten Zuwachszonen; geradfaserig, von extrem feiner und homogener Textur; Stehvermögen mäßig, beim Trocknen leicht zu Rissbildung und Verformungen neigend; gut zu barbeiten, besonders geeignet zum Schnitzen, Drechseln und Profilieren. Bei meist etwas günstigeren Abmessungen ist das Holz des afrikanischen Buchsbaum dem des echten in Struktur und Eigenschaften sehr ähnlich und gleichwertig einsetzbar. Das nach Gewicht gehandelte Holz wurde lokal vielfach genutzt und ab etwa 1880 auch in größeren Mengen exportiert, vornehmlich nach England.

Wegen Erschöpfung der Vorräte kommt afrikanischer Buchsbaum nur noch gelegentlich in den Handel. Häufige Fehler wie Aste, Beulen und kleine schwarze Verfärbungen können Ausnutzung bzw. Wirtschaftlichkeit erheblich beeinträchtigen.

Weitere Handelsnamen: N. macowani - Cape boxwood, East London boxwood (GB, USA; RSA); afrikaanse buksboom (NL, RSA); gala-gala, buig-my-nie (RSA). N. natalensis - boxwattle, gala-gala, luxweso (RSA). Wegen der teilweise gleichen Wuchsgebiete und Handelsnamen sowie der generellen Ähnlichkeit wurde Afrikanischer Buchsbaum häufig mit dem ebenfalls aus Südafrika stammenden Knysna Buchs verwechselt.

 

   
   
2. Hölzer aus anderen botanischen Familien  
2.1 Knysna Buchs

(Gonioma kamassi, Familie Apocynaceae); Südafrika, Kap-Provinz.

0,85–0,92 g/cm3; Farbe variabel, von dunkel- bis grünlich oder rötlich gelb, teils mit deutlichen Zuwachszonen; sehr feinporig, geradfaserig und von gleichmäßiger Textur; Stehvermögen befriedigend, langsam aber ohne große Verluste zu trocknen; sehr gut zu bearbeiten, vor allem für feinste technische Schnitz- und Drechselarbeiten gut geeignet; Inhaltsstoffe (Alkaloide) können bei der Verarbeitung Reizungen der Augen- und Nasenschleimhäute verursachen, Spannrückigkeit und unregelmäßige, dunkle Kernfärbung die Ausnutzung mindern. Knysna Buchs ist ein technisch gleichwertiger Ersatz für Buchsbaum in den meisten Anwendungen mit Ausnahme von Druckstöcken. Exporte erreichten ihren Höhepunkt in den 20er Jahren vornehmlich nach England, Frankreich und Deutschland. Heute sind die Vorräte nahezu erschöpft.

Weitere Handelsnamen: Knysna, Kamassi, South African, West African, East London oder Cape boxwood (RSA, internationaler Handel); kamassi, kamassihout (RSA).

 

2.2 Maracaibo Buchs

(Casearia praecox – Synonym: Gossypiospermum praecox, Familie Flacourtiaceae); Venezuela (Maracaibo), nördliches Kolumbien, vereinzelt auch auf den Karibikinseln Kuba und Hispaniola.

0,80–0,92 g/cm3; Farbe hell gelblich bis elfenbein, zu hellbraun nachdunkelnd, Zuwachszonen meist nur schwach markiert; Faserverlauf gerade bis seltener wechseldrehwüchsig; von feiner, homogener Textur; trotz mittlerer Schwindmaße während der Trocknung stärker zu Rißbildung und Splittern neigend; sehr gut zu bearbeiten, mit entsprechenden Techniken gut einfärbbar (schwärzen). Maracaibo Buchs hat sich allgemein als vollwertiger Ersatz für Buchsbaum erwiesen. Lediglich für Druckstöcke und feinste Schnitzereien ist das etwas gröber strukturierte Holz weniger gut geeignet. Von Vorteil sind die erheblich bessere Stammform und größeren Dimensionen von bis zu 3,5 m nutzbarer Schaftlänge bei Durchmessern bis zu 50 cm. Nennenswerte Exporte begannen um 1860 und setzen sich gelegentlich in kleinen Mengen bis heute fort. Maracaibo Buchs dient derzeit fast ausschließlich für die Herstellung von Buchsbaum Blockflöten.

Weitere Handelsnamen: Maracaibo box, Venezuelan boxwood, West Indian boxwood (GB); buis d'Amerique, b. des Antilles (F); westindisch Buchsbaum (D); zapatero, z. de Maracaibo, limoncillo, naranjillo, manzano (YV); Herkunftsbezeichnungen wie westindisch, west Indian oder Antillen beruhen auf früher häufigen Verwechslungen mit San Domingo Buchs. Maracaibo Buchs ist nie in nennenswerten Mengen von den Antillen bzw. westindischen Inseln exportiert worden.

 

2.3 San Domingo Buchs

(Phyllostylon brasiliensis, Familie Ulmaceae); Karibische Inseln und Südamerika, südlich bis Argentinien.

0,82–0,92 g/cm3; Kernholz zitronengelb bis gelblich-braun, mitunter mit dunklen Streifen, Splint strohfarben bis grauweißlich; Faserverlauf meist gerade, mitunter wellig bis unregelmäßig, Zuwachszonen je nach Wuchsbedingungen schwach bis deutlich markiert; Poren etwas größer als bei Buchsbaum und häufig mit weißen mineralischen Inhalten (Kalziumkarbonat) gefüllt, Holzstrahlen stockwerkartig angeordnet; Holz mäßig schwindend, hart und von feiner und gleichmäßiger Textur. Als Austausch für Buchsbaum meist nur in technischen Anwendungen eingesetzt. Die Dimensionen sind ähnlich vorteilhaft wie bei Maracaibo Buchs, die Verarbeitung jedoch wegen der Kalkeinlagerungen mitunter erschwert.

Weitere Handelsnamen: San Domingan boxwood, West Indian boxwood (GB, USA); baitoa (DOM); bois blanc (DOM, RH); jatia (C); cerón (MEX); membrillo (YV); pao branco (BR); sabonero (CO); candelo (EC); palo lanza, p. blanco, p. amarillo, ibirá-catú (RA).

 

2.4 Westindisch Buchs

(Aspidosperma vargasii, Familie Apocynaceae); nördl. Südamerika, Venezuela bis Surinam; seltener in der Amazonasregion (Ostperu, Brasilien).
0,82–0,92 g/cm3; Farbe variabel von blass gelblich bis grünlich oder bräunlich gelb; Faserverlauf gerade bis deutlich wechseldrehwüchsig. Zuwachszonen meist noch erkennbar; Holz hart und schwer, von sehr feiner und gleichmäßiger Textur, mäßig schwindend und sehr gut zu bearbeiten. Historischen Quellen zufolge war dieses Holz das erste der aus dem nördlichen Südamerika nach Europa und USA exportierten Alternativen für Buchsbaum. Bereits Ende der 20er Jahre waren die leicht zugänglichen Vorräte in Küstennähe erschöpft und Maracaibo Buchs (siehe oben) übernahm die führende Marktstellung. Gelegentlich werden noch heute begrenzte Mengen von Westindisch Buchs aus Peru, Brasilien und Surinam importiert.

Weitere Handelsnamen: Amarillo, amarillo boj, amarillo yema de huevo, naranjillo, limoncillo (YV); quillobordón, q. amarillo (PE); walababadan (SME); West Indian boxwood (GB, USA).

2.5 Siam Buchs

(Gardenia latifolia, Gardenia spp., Familie Rubiaceae); Indien und Sri Lanka bis Thailand, vermutlich auch Indochina.
0.80–0.90 g/cm3; Farbe durchgehend weißlich (nicht gelb) bis sehr hell braun; Faserverlauf meist gerade, selten unregelmäßig; Zuwachszonen nur schwach durch dunklere Spätholzbänder markiert. Holz schwer, von feiner und gleichmäßiger Textur, gut zu bearbeiten, sehr feuchteempfindlich. Siam Buchs wurde etwa ab 1910 in geringen Mengen von Thailand nach Japan exportiert. Es galt als preiswerter, qualitativ minderwertiger Ersatz für Japanischen Buchsbaum. In Europa wurde bzw. wird Siam Buchs nur sporadisch für weniger anspruchsvolle Anwendungen verarbeitet.

Weitere Handelsnamen: Mai phoot, mal put (T); Himalaya box, Indian box, Ceylon box, Siamese box (GB).

 

2.6 Castelo

0.77–0.90 g/cm3; Farbe weißlich-grau bis hell graubraun (nicht gelb); die gut dimensionierten Bäume (bis 25 m hoch, Durchmesser 35-70 cm) bilden im Alter häufig einen olivbraunen Farbkern unterschiedlichen Durchmessers, der jedoch beim Zuschnitt aussortiert wird, sodass nur gleichmäßig helle Ware in den Export gelangt. Zuwachszonen kaum wahrnehmbar; Faserverlauf meist gerade, selten wechseldrehwüchsig; Holz von sehr feiner, gleichmäßiger Textur, schlicht; mäßig schwindend, langsam aber ohne größere Fehler trocknend; gut zu bearbeiten, besonders zu hobeln, bohren, drechseln, beizen und polieren; sehr empfindlich gegen Feuchte und Pilzbefall. Castelo ist das jüngste und einzige unter den Buchsbaum-Austauschhölzern, das derzeit regelmäßig importiert wird. Anwendung findet es vornehmlich in der Klaviermanufaktur (für mechanisch stark beanspruchte Teile) und für Blockflöten, wo es das am häufigsten verarbeitete unter den sogenannten Buchsbaum-Hölzern ist. In den Ursprungsländern wird es bevorzugt für Sportartikel, Werkzeugstiele, Parkett, Möbel sowie für Zeichengeräte und Drechselarbeiten verwendet.

Weitere Handelsnamen: Palo blanco (RA, PY); ibirá-moroti (RA); verdolaga (BOL). Neben den hier aufgeführten wichtigsten Alternativen für Buchsbaum wurde im Verlauf der Jahrhunderte eine Vielzahl von hellfarbigen, harten Hölzern mit dem Zusatz box, buis oder Buchs lokal oder international vermarktet, ohne jedoch den hohen Ansprüchen genügen zu können. Solche Hölzer gehören überwiegend in die botanischen Familien der Apocynaceae, Celastraceae, Euphorbiaceae, Rubiaceae und Sapotaceae, welche nach wie vor ein begrenztes Potenzial für einen Austausch von Buchsbaum zumindest in Teilbereichen beinhalten dürften. Wenig Gemeinsamkeit mit Buchshölzern haben dagegen die in Australien häufig als box bezeichneten Arten der Gattungen Eucalyptus und Tristania (Familie Myrtaceae).

 

Literatur

BERNI, C.A. (1982): Caracteristicas, propriedades y usos de maderas del Paraguay. INTN, Asunción, Paraguay.

BRONDEGARD, V.J. (1992): Der Buchsbaum. Forst und Holz 47(2), p.39.

DAHMS, K.G. (1989): Cape Boxwood. Holz-Zentralblatt 115(153), p. 2429.

CARLQUIST, S. (1982): Wood anatomy of Buxaceae: Correlations with ecology and phylogeny. Flora 172: 463-491.

GOTTWALD, H. (1958): Handelshölzer. Ferdinand Holzmann Verlag, Hamburg.

MARZELL, H. (1943): Wörterbuch der Deutschen Pflanzennanmen. Erster Band Abelia-Cytisus. S. Hirzel Verlag, Leipzig.

RECORD, S.J. & GARRAT A.G. (1925): Boxwoods. Yale University, School of Forestry Bulletin Nr. 14, New Haven, 81 Seiten.

RICHTER, H.G. (1988): Holz als Rohstoff für den Musikinstrumentenbau. Edition Moeck Nr. 4043, Moeck Verlag Celle, 44 Seiten.

TORTORELLI, L. (1956): Maderas y Bosques Argentinos. Editorial Acme, Buenos Aires.

WILLIAMS, L. (1939): Maderas economicas de Venezuela. Bol. Tecn. No.2, Ministério de Acricultura y Cria, Caracas, Venezuela.

Gewicht frisch

1 200 kg/m³

Gewicht lufttrocken

900-1 030 kg/m³

Druckfestigkeit u12-15

74 N/mm²

Biegefestigkeit u12-15

115 N/mm²

Härte (BRINELL) ⊥ zur Faser u12-15

58 N/mm²

Bilder