Rubberwood (Kautschuk Holz)

Hevea, Kayu Karet, Seringa


Kurzzeichen DIN EN 13556

HVBR

Botanische Bezeichnung

Hevea brasilliensis

Verbreitung

Tropische Feuchtwälder von Südamerika; seit der Jahrhundertwende in vielen tropi­schen Regionen mit entsprechendem Kli­ma zur Gewinnung von Gummimilch (La­ tex) kultiviert, besonders in Indonesien und Malaysia.

Handelsnamen

Hevea, Kayu Karet, Seringa

Kurzbeschreibung

Rubberwood oder Kautschuk-Holz gehört zu den neuen und immer häufiger genannten tropischen Austauschhölzern. Es stammt weit überwiegend aus südasiatischen Plantagen, wo aus der Rinde dieser Bäume der für die Herstellung von Naturgummi erforderliche Milchsaft {Latex) gezapft wird. Sobald sein Ertrag wegen Überalterung der Plantage nachläßt, werden die dann um 30 Jahre alten Bäume gefällt und überwiegend zu Schnittholz aufgearbeitet; früher ließ man die Stämme meist ungenutzt verrotten. Das derzeitige Holzaufkommen aus Kautschuk-Plantagen beträgt weltweit bereits über 12 Mill. m3 jährlich.

Die Heimat dieser für die Gummi-Produktion am häufigsten genutzten Art sind die Wälder des Amazonas, wo von den zerstreut vorkommenden Bäumen, ohne eine spätere Nutzung des Holzes, nur der sogenannte Wildkautschuk gewonnen wird. Siehe Anmerkungen.

Farbe und Struktur

Nur aus Splint bestehend; über den ganzen Quer­schnitt hell gelblichweiß (trocken), bei starker Belichtung blass gelblichbraun ver­gilbend und hellem Limba oder Flamin weitgehend ähnlich; durch Pilze und Bak­terien wird ungetrocknetes Holz schnell bräunlichgrau bis dunkel blaugrau ver­färbt. Bei alten Bäumen kann im inneren Stamm eine hell rosabraune, kernähnliche Färbung vorkommen. Poren mittelgroß bis grob, zerstreut und häufig in radialen Gruppen angeordnet; auf Längsschnitten, besonders radialseitig, deutliche und meist geradläufige Poren-Rillen hervorru­fend. Holzstrahlen sehr fein und nur als niedrige Spiegel noch erkennbar. Spei­cherzellen in feinen und engen tangentia­len Bändern angeordnet, nur auf glatten Querschnitten in 3 bis 6 Lagen je mm mit der Lupe wahrzunehmen. Faserverlauf überwiegend gerade und ohne deutliche Zuwachszonen (Spätholz). Keine Harz­ oder Gummikanäle, diese kommen nur in der inneren Rinde vor.

Gesamtcharakter

Helles und nur durch Poren-Rillen strukturiertes Holz, das äußerlich vor allem Ramin, hellem Aningre, llomba oder auch hellem Limba ähneln kann.

Verwendungsbereiche

Als ein stark stärkehaltiges Splintholz ist Rubberwood nur im Innenausbau einsetz­bar, soweit noch nicht raumtrocken be­steht eine starke Gefährdung durch Pilze und Insekten; es sollte nicht unbehandelt und nur in Räumen mit einem entspre­chend trockenen Klima eingesetzt werden (< 10% Holzfeuchte): Als Vollholz für leichte Konstruktionen, gut belüftete Wand- und Deckenverkleidungen, Friese, Leisten, Profilholz, Rundstäbe, Möbelteile, Kleinparkett, Spielzeug und Verpackun­gen; hierbei ist stets auf die Verträglichkeit des chemischen Schutzmittels zu achten.

Weiterhin besteht eine Eignung für die Herstellung von Span- und Faserplatten, Zellulose und Holzkohle. Die Herstellung von Furnieren ist grundsätzlich möglich, erfolgt aber wegen der geringen Durchmesser des· Plantagen-Holzes nur selten.

Austauschhoelzer

Ähnlich zu verwenden in Teilbereichen wie helles Aningre (Merkblatt 15), Gelbes Meranti (M. 32), Koto (M. 8), llomba (M. 24), Limba (M. 19), Flamin (M. 27), Rotbuche, Weißes Meranti (M. 31) und kernfreie Nadelhöl­zer (M. 12, 13, 26, 57, 61).

Literatur

Chudnoff, M.: Tropical Timbers of the World. - US. Agriculture Handbook 607; Washington DC.1994.

Dahms, K.-G.: Rubberwood - Neuere Importhölzer aus Asien. - HZ 7; Stutt­gart 1991.

Gehlsen, C.A.: Kautschuk, Guttapercha, Balata, Gummi, Harze, Gerbstoffe und Kork liefernde Pflanzen. - Handbuch der tropischen und subtropischen Landwirt­schaft I; Berlin 1943.

Killmann, W.: Eigenschaften und Nutzung des Heveaholzes. - HZ 3/4; Stuttgart 1987.

Hong, L.T. Um, S.C.: Rubberwood (Hevea brasiliensis) - its properties and uses. - Timber Digest; F.R.I. Kepong/Malays 1985.

Anonymus: L'Hevea - Bois et Forets des Tropiques, H. 223, CTFT Nogent-sur Mar­ ne/F, 1991.

 

Gewicht frisch

850-950 kg/m³

Druckfestigkeit u12-15

52 N/mm²

Biegefestigkeit u12-15

105 N/mm²

Bilder